Dienstag, 24. August 2010

Nochmal Koreaner

Die beiden Koreaner haben ihre Indienrundreise abgeschlossen und Arne und ich haben sie vom Bahnhof abgeholt. Der Zug hat 1.5 Stunden Verspätung, an indischen Bahnhöfen warten macht sehr viel Spaß. Als der Zug endlich einfährt sind die beiden sehr froh, uns zu sehen: Sie haben uns wohl von unterwegs ein paar SMS geschrieben, die aber allesamt nicht angekommen sind und wir haben deshalb natürlich auch nicht geantwortet.
Die beiden sind noch abenteuerlustig und wir fahren mit vollem Gepäck in die Innenstadt und machen noch einen Abstecher zum Gateway of India, bevor wir mit dem Regionalzug nach Hause fahren. Sie schlafen wieder bei mir im Zimmer.
Am Sonntag wollen wir mit den beiden Matheran unsicher machen. Arne und ich waren da ja schonmal im Mai, in der Regenzeit soll es völlig anders aussehen, mit vielen Wasserfällen und so. Klingt lecker, wir stürzen uns also am Morgen in die Züge, die (obwohl es Sonntag ist) wie immer rappelvoll sind, die übliche Boxerei beim Ein- und Aussteigen.

Sieht schon ganz anders aus als beim letzen Mal.

Wasserfälle gibt es in der Tat. Und einen netten Mann, der gegrillte Maiskolben verkauft.

Fand ich schön.

Am Panorama Point gibt es gerade kein Panorama, aber schön ist es trotzdem. Kühler Wind zieht am Berg hoch, sehr angenehm.

Und als die Wolken dann aufreißen sehen wir sogar etwas.

Ryun geht es bei der Fahrt und beim Aufstieg zunehmend schlecht, wir nehmen auf halber Strecke ein Taxi nach oben. Da baut der arme Kerl dann völlig ab und entwickelt hohes Fieber, wir fahren also nach einer sehr kurzen Runde zum Panorama Point wieder nach unten und nach Hause.

Wir werden immer mehr zu Indern und laufen inzwischen auch über die Gleise, wenn es kürzer ist, oder nehmen Rikschas zu vier Leuten...

Ein Inder ist im Zug so nett, einen Sitzplatz für den Kranken zu räumen, Ryun ist zwischenzeitlich nicht ansprechbar oder weiß nicht, wo er ist. In Mumbai direkt in die Notaufnahme vom Krankenhaus, der Arzt hat auch gleich Denguefieber im Verdacht. Und die Koreaner sind ohne Auslandskrankenversicherung hier. Gut gemacht.
Also schläft Ryun über Nacht nicht im Krankenhaus, sondern in meinem Bett, Yeongseok neben ihm auf dem Boden, und ich bei Arne auf dem Boden. Nachts um 2 klopft noch ein Inder bei mir (also da, wo die Koreaner schlafen) an der Tür und will mit mir Hausaufgaben machen. Ryun schläft zum Glück wie ein Stein und weiß am nächsten Morgen nichts davon. Und ich vertröste den Inder, nachdem er auch noch an allen anderen Türen klopft und schließlich mich in Arnes Zimmer findet, auf Morgen früh.
Die Erleichterung kommt dann am nächsten Morgen: Ryun ist plötzlich wieder gesund, Fieber ist weg, und er hat wieder Hunger. War wohl doch kein Dengue. Mittagessen im Gulmohur, und während ich noch eine Vorlesung habe, geht Arne mit den beiden an den Strand. Wir treffen uns in einem sehr guten Restaurant in Westmumbai, ich brauche wegen dem Verkehr 2 Stunden mit der Rikscha. Die Luft in einem indischen Verkehrsstau ist widerlich stinkig, ich höre lustiges indisches Radio mit lustiger indischer Musik, um den Gestank zu überdecken.

Das Restaurant ist die Reise aber wert. Die Inder können sogar Grillen! der Tischgrill füllt sich ständig mit frischen Gemüse- oder Hühnchenhappen, die in einer feurigen grünen Soße einmariniert sind. Dazu gibt es ein süßes Naan (Brot), was ein bisschen wie Weihnachtsgebäck schmeckt. Umwerfend lecker.

Nach dem Essen die Beiden zum Flughafen gebracht. Das übliche generve mit dem Taxifahrer, der uns verarschen will und in die falsche Richtung losfährt. GPS rettet den Abflug. Die Koreaner haben Heimweh. Und Arne und ich düsen zurück zum IIT.

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