Zum Glück ist Ankit hilfsbereit und lässt sich von uns einspannen, um unseren Besuch gegen Mitternacht vom Flughafen abzuholen und in unsere Zimmer zu verfrachten. Wir statten ihn mit unseren Zimmerschlüsseln aus und mit einem lustigen Schild zum Hochhalten am Airport, auf dem auf koreanisch der Name Yeongseok steht. Ankit ist nicht nur hilfsbereit, sondern auch zuverlässig: Als wir zurückkommen, sind die beiden tief schlafend in meinem Zimmer. Ankit ist morgens um 5 noch am Arbeiten (Nachtmensch und Deadlines bei der Arbeit, man kennt das) und wir verquatschen uns mit ihm noch, bevor wir unsere Gäste wecken gehen. So schnell wird er wohl keine Restaurantrechnung mehr bezahlen, wenn wir dabei sind: Wenigstens das sind wir für diese nächtliche Rettungsaktion schuldig.
Ganz Reibungslos lief es nicht ab: Am Haupttor musste Ankit seinen Studentenausweis als Pfand abgeben, da der Aufenthalt von Gästen im Wohnheimszimmer über Nacht Geld kostet. Wir müssen also am folgenden Tag das weiße Formular, welches Ankit am Tor bekommen hat, beim Hausmeister vorlegen, 150 Rupien pro Nacht bezahlen, bekommen dafür das blaue Formular, welches wir zum Security Officer im Main Building bringen müssen. Der Security Officer ist aber den Tag über nicht da, weil er Panther jagt(!?), wir müssen am folgenden Tag nochmals los, bis wir endlich Ankits Ausweis wiederbekommen.
Mit Yeongseok (links) und Ryun (rechts) nutzen Arne und ich die übrige Zeit, um den Campus unsicher zu machen und ganz viel lecker essen zu gehen. Das lila Dingsda im Hintergrund ist übrigens das Moskitonetz, unter dem ich nachts inzwischen schlafe; der Mückenverdampfer alleine reicht nicht mehr.
Vorlesungen habe ich zwischendurch auch. Ich hatte mich bei jedem Kurs für eine Vorlesung abgemeldet (die Zeit in Rajasthan war so gestaltet, dass immer nur genau eine Vorlesung pro Fach flachfällt), die eine Professorin hat sich bei mir noch entschuldigt, dass sie mit dem Stoff nicht auf mich warten und die Vorlesung für mich auch nicht so kurzfristig verschieben kann, sie würde mir dann einfach helfen, mit dem Stoff aufzuholen. Dafür habe ich ihre Handynummer bekommen, ich kann sie bei Problemen oder wenn sich meine Reisepläne ändern gerne anrufen.
Die beiden Koreaner fahren noch am nächsten Tag mit dem Zug los nach Jaipur und haben dann am Ende der Reise noch ein paar Tage Zeit, mit uns Mumbai zu erkunden. Wir bringen sie natürlich zum Bahnhof.
Und kommen an einer tollen Bushaltestelle vorbei. Ich mag den Namen.

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