Die Aufschrift auf dem schwarzen Brett hat sich geändert. Der Wunsch nach sauberem Essen (irgendein Inder hat das drangeschrieben, nicht wir) wurde von irgendwem weggewischt. Kommentare zum Internetausfall häufen sich. Seit Montag geht mal wieder nix mehr, außer über mein Handy...
Viele Vorlesungen. Der Professor in CFD hat einen fiesen fiesen indischen Akzent, redet fies leise und der Raum hat ein fieses fieses Echo. An der Tafel steht in einer fiesen Sauklaue ein Haufen von fiesen partiellen Differentialgleichungen. Und ich sitze da und mag die Anwesenheitspflicht immer noch nicht.
In Indien verwendet man ganz andere Abkürzungen als bei uns, und das hilft nicht beim Verständnis von Stoff, der ja auch noch auf englisch dargereicht wird. Es gibt Fragen vom Professor ans Publikum. Auf Anhieb fällt mir aber auch nicht ein, was "senkrechter Verdichtungsstoß" auf englisch heißt...
Die Stimmung in den Vorlesungen ist relativ förmlich. Wer etwas sagt, steht zum Reden auf. Auch wenn der Professor den Raum betritt wird aufgestanden. Und mit dem Nachbarn reden geht gar nicht, macht auch wirklich keiner.
Was ich daraus lernen würde, wenn ich nochmal ein Auslandssemester planen würde? Bloß nicht zu motiviert auf die Kursliste schauen und das dünnste Brett bohren, welches man anerkannt bekommt. Die Rahmenbedingungen sorgen schon für genug Arbeit drumherum, und man will ja auch noch Zeit haben, sich das Land anzuschauen. Gut, dass ich in diesem Semester nur noch 20 Credits brauche...
A propos Rahmenbedingungen. Wir haben nach nur 4 Wochen endlich unsere Wäsche wieder. Nachdem unser Wäschemann 2 Wochen lang nichts damit getan hat (ich berichtete...) haben wir die Sachen ja illegal im Hostel 7 abgegeben. Da hat der Wäschemann einfach dicht gemacht und ist nicht mehr aufgetaucht, der Raum blieb tagelang abgeschlossen. Mithilfe des Sicherheitspersonals konnten wir unsere Wäsche aus dem Wäscheraum befreien und dann erst erfolglos in Hostel 6 und schließlich erfolgreich in Hostel 5 abgeben. Der Wäschemann dort hat für etwas Extrageld unsere Sachen innerhalb von 2 Tagen gewaschen und getrocknet (so halbwegs). Das war knapp, die Unterwäsche war grade leer.
Außerdem habe ich noch einen Verlust zu verzeichnen. Nachdem mein kleiner Rucksack so sehr nach Schimmel gestunken hat, dass ich ihn nur noch vor meiner Tür abgestellt habe, wurde er zuverlässig in der ersten Nacht geklaut. Ob von einem Menschen oder von einem Straßenhund, weiß ich nicht. Der Eastpak, mit dem Ihr mich seit der 7ten Klasse kennt, er ist weg und kommt nicht wieder. *Schnief*
Noch ein paar Fotos, der Monsun ist schon langsam am Ende, die Sonne lässt sich immer öfter blicken.
Unser Wohnheim. Schön, nicht?
Lake Powai mit Hotel dahinter. Alles grünt so grün...
Und auf dem Hügel sind wir in letzter Zeit auch öfter. Schon fast unwirklich grün...
Das sah im Mai noch ganz anders aus.




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