Mittwoch, 19. Mai 2010

10% Strand

Endlich gibts wieder was zu sehen: Wir waren am Strand!
Zusammen mit Franziska, meiner Sitznachbarin aus dem Flug von Frankfurt nach Mumbai, die in Mumbai (allerdings nicht am IIT) an einer Arbeit schreibt, waren wir in Bandra West.

Kleine Straße in Bandra.

Hier ist auch das erste Café, in dem wir heute waren. Sehr lauschig mit einem sehr verwinkelten und großen Außenbereich. Franziska kennt die Geheimtipps.

Bandra ist eine ziemlich noble Gegend, der Anteil an Mercedes-Benz auf der Straße dramatisch hoch. Das schützt einen allerdings auch nicht davor, von Krähen aus den Bäumen mit abgenagten Mäuseknochen beworfen zu werden...

Die Nebenstraßen sind ähnlich ruhig wie der Campus. Eine weitere ruhige Oase im wuseligen Mumbai.

Produktiv waren wir heute absolut nicht, sind eher von einem Café zum nächsten getingelt und haben uns die Uferpromenade mit den vorgelagerten Mangrovenwäldern angeschaut.

Die Promenade soll abends sehr voll sein, zur Zeit ist nichts los. Die Temperatur ist wie immer, die Feuchtigkeit aber noch drückender als sonst. Gerade in Wassernähe ist das Klima mittags nicht auszuhalten. Alles klebt. Ich will wieder an die Nordsee.

Das Ufer ist sogar ein Stück weit schön.

Einige Leute fischen hier...

...ganz schön mutig (oder verzweifelt), angesichts der "Bäche" die sich hier ins Meer entladen: Ein bisschen streng riecht es ja schon. Ob das wohl Abwasser ist, das da durch dieses friedliche Mangrovenwäldchen ins Meer plätschert?
Angeblich gibt es in dieser Bucht auch Textilfärbereien und ähnlichen Saukram. Den Fisch möchte ich nicht essen müssen.

Café Nr. 2: Wir brauchen was Kühles zu trinken. Es gibt hier Eiskaffee in allen Geschmacksrichtungen, nur nach Kaffee schmeckt kein einziger davon. Egal: schön kalt.

Mit der Rikshah geht es dann ein Stück weiter zum Strand. Der war schön leer und friedlich.

Naja, Spaß beiseite. War schon was los. Etwas unangenehm:

Alle wollen Geld von uns. Die nette Dame in schwarz wird nicht die Letzte sein...
Trotzdem haben wir einen schönen Strandspaziergang und trauen uns sogar, unsere Füße ins Wasser zu halten. Nicht sonderlich erfrischend, aber wenigstens nass.

Tatsächlich sind schon 10% unseres Indienaufenthaltes rum, die Zeit zerrinnt uns zwischen den Fingern. Aber: Es scheint, als hätte ich endlich ein Thema für die Projektarbeit. Nachdem mein indischer Professor einige Vorschläge hatte, die vom deutschen Betreuer zurückgewiesen wurden und vieles hin und her gegangen ist und ich manche schlaflose Nacht hatte, haben jetzt beide (zumindest mündlich) meinem neuesten Vorschlag zugestimmt. Nur unterschreiben müssen noch alle, ich hoffe es reicht wenn ich den Wisch nach Deutschland faxe...
Einige neue Einsichten hatten wir. Anscheinend ist das Wasser in Mumbai relativ knapp und in den meisten Stadtteilen gibt es je nach Tageszeit kein Leitungswasser; das betrifft sogar die vornehmen Gegenden. Deshalb haben bessere Hotels und jeder der es sich leisten kann große Speichertanks, und das erklärt auch die Anwesenheit eines Wasserturms auf dem Campusgelände. Hier fließt das Wasser nämlich zu jeder Zeit.

Den Nachmittag lassen wir noch in diesem Restaurant ausklingen: Auf dem Dach eines Hochhauses, sehr stilvoll und gemütlich eingerichtet, mit tollem Ausblick auf die Stadt.

Da freut sich der Arne.

Ein letzter Blick nach draußen, und dann geht es mit dem Fahrstuhl wieder zurück in das echte, laute, wuselige Indien. Rikshahfahrt zurück zum IIT, das Navi rettet mal wieder den Tag.

Mal von einigen langlebigen Investitionen wie Bettzeug o.ä. abgesehen war das der bisher teuerste Tag in Mumbai: Pro Person haben wir fast 8€ ausgegeben.

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